Die Bedeutung der Verpackungsverordnung für Onlinehändler

Die richtige Verpackung ist nicht nur für umwelt- und designbewußte Hersteller und Händler relevant. Bevor Sie als Onlinehändler eine Ware in den Versand an den Käufer geben, sollten Sie sich mit Verpackungsverordnung befasst haben.

 

Betroffene Verpackungen

Die Verpackungsverordnung regelt die Verwendung und das Recycling aller Arten von Verpackungen, darunter

• Verkaufsverpackungen (Beispiel: ein Marmeladenglas)
• Umverpackungen (Beispiel: Folie um ein Set von drei Marmeladengläsern) und
• Transportverpackungen (Beispiel: Pappkarton, in dem das Set der drei Marmeladengläser verschickt wird).

Neben den typischen Kartons für Päckchen und Pakete fallen unter die Verordnung auch alle sonstigen Materialien, die Sie im Zusammenhang mit dem Verpacken und dem Versand der Ware verwenden – z.B. Luftpolstertaschen, Schaumstoffchips, Holzwolle, Packpapier oder umhüllende Folien.

 

Keine Untergrenze für Verkäufer mit geringem Umsatz

Auf die Menge der verwendeten Verpackungsmaterialien kommt es dabei nicht an – die Verpackungsverordnung gilt auch für geringe Mengen, etwa zu Beginn der gewerblichen Tätigkeit oder bei Kleinunternehmern. Ziel der Verpackungsverordnung ist es, möglichst viel Material wiederzuverwerten und damit die Umwelt zu entlasten.

 

Rücknahmepflicht und Rücknahmesysteme

Die Verpackungsverordnung verpflichtet Versandhändler dazu, nur solche Verpackungen und Füllmaterialien zu verwenden, deren Rücknahme durch einen Anbieter eines flächendeckenden Rücknahmesystems garantiert wird. In der Praxis bedeutet das, dass Sie Ihre Verpackungen zunächst bei einem beliebigen Händler einkaufen. Dann wenden Sie sich an eine der Firmen, die in Deutschland ein Rücknahmesystem anbieten (s. Liste am Ende des Artikels). Dazu teilen Sie mit, welche Verpackungen (Material, Größe und Anzahl) Sie im Jahr durchschnittlich verschicken. Wenn Sie erst am Anfang Ihrer Tätigkeit sind, schätzen Sie die Menge. Aus Ihren Angaben berechnet das Rücknahmeunternehmen die Lizenzkosten. Sobald Sie bezahlt haben, erhalten Sie die Lizenz, die angemeldete Menge an Verpackungen in Umlauf zu bringen. Da die Rücknahmeunternehmen unterschiedliche Preise haben, sollten Sie mehrere Angebote einholen. Meist funktioniert der Beitritt zu einem der Rücknahmesysteme auch unkompliziert über das Internet.

Kleinere und leichtere Verpackungen lohnen sich mehrfach:
• Weniger Verpackungsmaterial bedeutet weniger Energie-, Wasser- und Rohstoffverbrauch bei der Herstellung.
• Leichtere Verpackungen führen zu geringerem Spritverbrauch und damit zur CO2-Entlastung beim Transport.
• Je weniger Verpackungen Sie einsetzen und je umweltfreundlicher das Verpackungsmaterial, desto weniger zahlen Sie für die Lizenzierung.

Ohne Anmeldung bei einem Entsorgungssystem besteht ein Vertriebsverbot. Sie können abgemahnt werden oder von der Aufsichtsbehörde einen Bußgeldbescheid bekommen. Melden Sie sich also an – es ist wirklich nicht kompliziert.

 

Ausnahme für gebrauchte, bereits zuvor lizenzierte Verpackungen

Lediglich solche Verpackungen, die bereits durch einen früheren Verwender lizenziert worden sind, können als gebrauchte Verpackungen ohne erneute Lizenz verwendet werden. Wenn Sie also also Onlinehändler ausschließlich gebrauchte Pakete von z.B. Amazon oder Zalando wiederverwenden, brauchen Sie sich nicht selbst einem Rücknahmesystem anzuschließen. Bitte beachten Sie, dass auch etwaiges Füllmaterial, das Sie einsetzen wollen (Knüllpapier, Luftpolsterfolie etc.), bereits zurvor lizenziert gewesen sein muss. Bei einer etwaigen behördlichen Prüfung  obliegt Ihnen der Nachweis, dass Sie tatsächlich nur solche Verpackungen verwendet haben.

 

Anbieter

Um Ihre Verpackungen lizenzieren zu lassen, können Sie sich z.B. an eines der folgenden Rücknahmesysteme wenden (Die Liste stellt keine Empfehlung, sondern nur eine unverbindliche Auswahl dar – alphabetisch sortiert):

  • BellandVision GmbH, Bahnhofstraße 9, 91257 Pegnitz, Telefon: 09241 4832-0, E-Mail: info@bellandvision.de, Internet: www.bellandvision.de

  • Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH, Frankfurter Straße 720-726, 51145 Köln-Porz-Eil, Telefon: 02203 937-0, E-Mail: info@gruener-punkt.de, Internet: www.gruener-punkt.de

  • EKO-PUNKT GmbH, Brunnenstraße 138, 44536 Lünen, Telefon: 02306 106-8921, E-Mail: info@eko-punkt.de, Internet: www.eko-punkt.de

  • Interseroh Dienstleistungs GmbH, Stollwerckstr. 9a, 51149 Köln, Telefon: 02203 9147-0, Internet: www.verpackungslizenzierung.interseroh.de (gehört zur ALBA Group)

  • Landbell AG, Rheinstraße 4L, 55116 Mainz, Telefon: 06131 235652-0, E-Mail: info@landbell.de, Internet: www.landbell.de

  • Noventiz GmbH, Dürener Str. 350, 50935 Köln, Telefon: 0221 80015870, E-Mail: info@noventiz.de, Internet: www.noventiz.de

  • Reclay Vfw GmbH, Austraße 34, 35745 Herborn, Telefon: 0221 580098-0, E-Mail: reclayvfw@reclay-group.com, Internet: www.reclay-group.com

  • Susa Solutions GmbH, Auf der Hude 87, 21339 Lüneburg, Telefon: 04131 2472102, E-Mail: info@susa-solutions.de, Internet: www.susa-solutions.de

  • Take-e-way GmbH, Liebigstr. 64, 22113 Hamburg, Telefon: 040 21901065, E-Mail: info@take-e-way.de, Internet: www.take-e-way.de

  • Usepac UG (haftungsbeschränkt), Altenwall 10-11, 28195 Bremen, Telefon: 0421 24426260, E-Mail: info@usepac.de, Internet: www.usepac.de

  • Zentek GmbH & Co. KG, Ettore-Bugatti-Str. 6-14, 51149 Köln, Telefon: 02203 8987-0, E-Mail: info@zentek.de, Internet: www.zentek.de

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